Das doppelte Ziel der deutschen Eurokrisenpolitik

Abstract

Der Beitrag argumentiert, dass die grundlegende Zielsetzung deutscher Eurokrisenpolitik im Umbau der Eurozone zu einer »Stabilitäts- und Wettbewerbsunion der Regierungen« besteht . Vor dem wahrgenommenen Hintergrund einer zunehmend konkurrenzkapitalistischen und multipolaren Weltordnung bedeutet dies einerseits vertieft e wirtschaft liche Integration in Richtung einer Stabilitäts- und Wettbewerbsunion, um Europas Einfl uss in der Welt zu sichern; andererseits (Re-)Intergouvernementalisierung der europäischen Politik in Form eines Europas der Regierungen, um Deutschlands Einfl uss in Europa nicht zu gefährden . Gleichgewicht und Demokratie in der Eurozone drohen dabei jedoch vernachlässigt zu werden . Diese Th ese wurde im Rahmen einer rekonstruktionslogisch verfahrenden Analyse gewonnen, die sich formaltheoretisch am Pragmatismus und method(olog)isch an der Grounded Th eory orientierte.

Timo Seidl
Timo Seidl
PhD Student

I am a PhD Student at the Department of Political and Social Science at the European University Institute matter.